Dienstag, 24. August 2010

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Ich war lange weg. Also nicht im eigentlichen Sinne, aber doch so weit weg von jedwedem kreativen Gedanken, dass an schreiben nicht zu denken war.
Im Grunde ist es jetzt nicht viel anders, aber ich habe etwas gelesen, dass mir gefallen hat. Das wollte ich hier reinstellen und festhalten, dass genau das mein Problem ist: Authentisch zu sein, ehrlich, der, der ich bin. Das hier zu sein scheint seltsam, denn kann das eine gute Idee sein, im Internet sich preiszugeben? Ich weiss es nicht, es macht mir ein wenig Angst, aber gleichzeitig ist es reizvoll, gleichzeitig ist das ein Ventil.

Sei es drum. Es ist einiges passiert in den letzten Wochen und vielleicht schaffe ich es, das aufzuschreiben. Es will ja alles raus, aber im Moment... naja, es fehlt einfach ein wenig der Mut.

Lesen!

Dienstag, 8. Juni 2010

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  • Die moderne Intensivmedizin macht einen zum Zyniker. Das ist schwer zu beschreiben, warum das so ist. Aber es hat damit zu tun, wie man Menschenleben abartig verlängert und wie das, was vom Menschen dabei übrigbleibt, zur Geldmacherei durch die Pflegeeinrichtungen gereicht wird.
    Wenn es schlecht läuft, darf ein Mensch erst dann verenden sterben, wenn die Intensivmedizin mit ihrem Latein am Ende ist. Und das ist heutzutage ganz schön spät der Fall. Bis es so weit ist, gibt es ein paar Institutionen, die lächelnd die Hand aufhalten.
  • Ich hätte ganz gerne mal wieder ein anderes Thema, als das.
  • Bald geht es für ein paar Tage nach Schweden, wir alle zusammen. Ich hoffe darauf, dass dann der ganze Krankenhausmief in den Hintergrund rückt. Später im Juli dann für eine Woche nach Spanien, während DkM reiten fährt. Das sind die Dinge, auf die ich mich jetzt konzentriere. Und vor allem freue.
  • Ich habe heute zeitig das Büro verlassen, dann erst Eis essen und anschliessend Wein kaufen. Das war so ähnlich wie Urlaub.
  • Den Abend dann wieder mit Telefonaten verbracht - wegen neuer Pflegeeinrichtung undsoweiter.
  • Ich merke, wie ich dünnhäutig werde. Manche Sätze kann ich nicht mehr hören. Einer davon ist der flehentliche Satz: "Ich weiss nicht, was ich machen soll, es ist ja alles so schwer!". Da spannt sich dann alles in mir.
  • Als Zyniker gefalle ich mir garnicht. Ich muss das wieder ändern.

Montag, 31. Mai 2010

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  • Er ist wieder im Krankenhaus. Lungenentzündung nach Aspiration von Erbrochenem. Eine Tendenz ist schwer auszumachen. DIe Ärztin hat mich heute zu einem Gespräch gebeten "um die weiteren Behandlungsmöglichkeiten" zu erörtern. Wie geht man eigentlich damit um, wenn man über lebensverlängernde Maßnahmen entscheiden muss?
  • Wir wollten am Wochenende mit DkM in die Frida Kahlo Ausstellung. Es gab erst viel Radau, weil DkM nicht hin wollte. Als wir dann endlich dort waren und die Menschansammlung vor dem Eingang gut und gerne hundert Meter lang war, wollten meine bessere Hälfte (MbH) und ich nicht mehr reingehen. Daraufhin gab es dann auch wieder viel Randale. Ach ja, Kinder.
  • Zum Trost in ein Starbucks um die Ecke. B-Prominienz getroffen, die man zwar vom Gesicht her kennt, aber keine Ahnung hat, wie die heissen und woher man sie kennt. Auch MbH hatte keine Ahnung.
  • Mehr Regen, mehr grauer Himmel. Teile der Winterbekleidung sind immer noch im Einsatz. Im Sommer.
  • Hier stimmt doch was nicht.

Donnerstag, 27. Mai 2010

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Ich habe getrödelt, ich weiss.
Das Wetter entspricht derzeit so ziemlich meiner Gemütslage: Wechselhaft, mal ziemlich windig, wolkig und ungemütlich. Ist aber auch kein Wunder, denn das Warten auf gute Nachrichten zieht sich hin.
Letzte Woche also seine Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Wenn ich das richtig verstanden habe, wird die adipöse Gutachterin die Pflegestufe III empfehlen. Ich denke, das ist angemessen, denn sein Zustand wird ja eher schlechter denn besser. Das Hauptproblem ist die Demenz, und das er sich nachts immer die Trachialkanüle rausreissen möchte.
Das Leben eines Menschen in so einer Phase ist schwer mitanzusehen. Man ist reduziert auf etwas, das im Bett liegt, meist wirr, durchbrochen von klaren Momenten der Erkenntnis, und nichts weiter tun kann als auf den Fernseher zu starren. Alles, das uns selbstverständlich ist, ist unmöglich geworden. Alles, was wir als gegeben hinnehmen, fällt weg, jede Selbstständigkeit ist dahin. Ich denke oft, dass ich so nicht enden möchte. Lieber zehn Jahre jünger bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kommen als so.

Ansonsten habe ich die nicht ganz ungefährliche Angewohnheit, ab und an mein Fahrrad mit einer Schulter abzubremsen. Hatte ich nicht von der kaputten rechten Schulter erzählt? Naja, sei es drum. Aus Gründen der Fairness habe ich die Linke auch noch gleich ramponiert. Paritätische Verteilung.

Es stehen ein paar gute Dinge an. Die Mittsommerfeiern in Schweden beispielsweise. Und später Nordspanien und Toledo. Das sind Dinge, die braucht jeder Zwischendurch - raus und den Kopf frei bekommen.

Montag, 17. Mai 2010

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  • Ich hatte die letzten Tage zu tun, im Büro. Ja, ich weiss, wie das klingt. War aber so.
  • Am Frühstückstisch: "Und, kleine Madame, hast du gut geschlafen?" "Ja, ich habe voll schöne Sachen geträumt!" "Was denn so?" "Ich habe Räuber gefangen und getötet..." "Getötet?!" "Ja, mit Messern, Schwertern und Äxten und so." - Pädagogik ist ein hartes Business.
  • Am WE viel gekocht, gebraten und Mojitos gemixt. Ich soll dann des Nächtens wieder geschnarcht haben. Im Suff passiert das manchmal. Gestern dann mit einer Ibu600 alles wieder frisch gemacht.
  • Morgen wichtiger Termin in der WG. Da kommt der medizinische Dienst und wird ihn dann begutachten. Es geht um die Pflegestufe und damit um viel Geld.
  • Müde.

Montag, 10. Mai 2010

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  • DkM und ich haben uns auf ihre Fahrradprüfung vorbereitet. Am Freitag war Theorie - hat sie bestanden. Jetzt gerade läuft die praktische Prüfung. Ich bin ganz aufgeregt.
  • Der Kater bringt zur Zeit reichlich Untermieter mit nach Hause, vornehmlich Zecken, die wie grauglänzende Trauben an seinem Hals hängen und sich irgendwann fett- und vollgesogen auf den Fliesenboden plumpsen lassen, wo sie hilflos und bewegungsunfähig verdauen - bis wir sie finden und ihnen eine Seebestattung bei lebendigen Leibe im Klo spendieren.
  • Büro: Naja, geht so. Freue mich auf meinen Urlaub im Juli. Noch rund acht Wochen. Die bekomme ich auch noch rum.
  • Dabei fällt mir ein: Muss noch einen Mietwagen finden. Eine Woche Spanien ohne DkM. Das wird sehr ungewohnt.
  • Herr F. war am WE im Berghain. Wir haben verabredet, dass ich jetzt irgendwann mal mitgehe und mir selbst ein Bild davon mache. Ich weiss noch nicht so genau. Das mit der Musik könnte ein Problem werden.
  • Kommenden Samstag mache ich, machen wir, eine Grillparty. Grillpartys mache ich eigentlich nur deshalb, weil ich Spaß am Vorbereiten, Grillen und Essen habe und dabei immer hemmungslos Cocktails, Wein und Softalk saufen kann und alle mitmachen (müssen). Dazu irgendwelche absurden Marinaden testen, Salate zusammenhauen und Unmengen Knoblauchbrot fressen. Weil ich alles vorbereite, muss ich selten ab- oder aufräumen. Fantastisch! Ich bin halt einfach gestrickt - mich macht das sehr glücklich.
  • Schrummschrummschrumm. Berhain, ich komme. Oder auch nicht.

Mittwoch, 5. Mai 2010

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  • Am Wochenende 130KM auf dem Fahrrad gesessen und Brandenburg erkundet. Dabei ein paar sehr schöne Landstriche entdeckt. Dachte vorher immer, Brandenburg sei der Song von Rainald Grebe. Ist es aber nicht nur.
  • Schulter wird langsam besser, dafür läuft irgend so ein Lymphknoten hinter dem rechten Ohr Amok. Linkes Knie ist mal so und mal so. Und ich bin noch nicht einmal vierzig.
  • Er hat in letzter Zeit ab und an lichte Momente - Augenblicke, in denen ihn so etwas wie Klarheit durchflutet. Er liegt da in seinem Zimmer auf seinem Krankenbett und schaut den ganzen Tag auf die Glotze. Dabei schmücken ihn ein paar gewaltige Kopfhörer, die bis zum Anschlag aufgedreht sind - buschigen blond-graues Haar ragt verwirrt unter ihnen hervor, kindlich unschuldiger Ausdruck in seinen Augen. Er hat etwas von einem bekifften und in die Jahre gekommenden Rastafari.
  • Ich habe viel über Krankenkassen, Zuzahlungen für chronisch Kranke, Heilmittel und Pflegestufen gelernt. Unser Gesundheitssystem ist eine zynische, mitunter den Menschen auf eine Sache reduzierende perverse Sau, in der das Individuum durch Schablonen gepresst beurteilt wird. So habe ich gelernt, dass ein Pflegebedürftiger, der sich theoreitsch oben rum alleine waschen kann, nur Pflegestufe I erhält. Dabei spielt es aber keinerlei Rolle, dass dieser Pflegebedürftige aber so verwirrt ist, dass er sich beim Waschen die Trachialkanüle rausreissen würde, oder den Scheissebeutel vom künstlichen Darmausgang. Tja, und wenn man will, dass so jemand vom Pflegepersonal gewaschen wird, dann muss man das selber bezahlen.
  • Die kleine Madame und ich - eine seltsame Geschichte. Sie spielt bei mir ganz gut mit. Schularbeiten, lernen, Hausarbeiten - klappt alles ganz gut, wenn ich dabei bin. Aber eben auch nur bei mir. Keine Ahnung, woran das jetzt schon wieder liegt, dass sie bei allen anderen am Zeiger dreht. Wir vermuten: Die Pubertät. Aber wenn das erst der Beginn der Pubertät ist, wie soll das noch werden?
  • Musste heute früh Scheiben kratzen. Am 05. Mai. Irgendetwas stimmt doch hier nicht.